Initiative Bonnections: Auf den Spuren von Nelson Mandela in Bonn

Auf den Spuren von Nelson Mandela in Bonn

Interaktive Veranstaltungsreihe mit #WalkTogether und #67 Blankets for Nelson Mandela

Initiative Bonnections

Das Ziel des kollaborativen 67 Blankets Projekts und der begleitenden #WalkTogether Veranstaltungsreihe ist, die besondere Beziehung zwischen Bonn und Nelson Mandela zu erkunden, an seine Bonn-Besuche zu erinnern und Zeitgeschichte für die jüngere Generation lebendig zu machen.

Nelson Mandela wäre diesen Sommer 100 Jahre alt geworden. Zu Gedenken Madibas, wie er liebevoll in Südafrika genannt wird, möchte das 67 Blankets for Nelson Mandela Day Germany Gemeinschaftsprojekt Menschen in Bonn miteinander verbinden und die Welt etwas besser und wärmer machen. Zudem soll seine Bedeutung für die globalen Herausforderungen (wie Klimawandel, Migration, wachsendes Wohlstandsgefälle) unserer Zeit aus verschiedenen Perspektiven interkulturell beleuchtet werden.

Mandelas Leben und Wirken erlebbar machen

Der 67 Blankets Ableger startet im Mandela-Jubiläumsjahr in Bonn, Deutschlands ehemaliger Hauptstadt und UN Stadt, um an sein Leben und Wirken und Mandelas historische Bonn-Besuche im Juni 1990 und Mai 1996 zu erinnern.

Dies ist gleichzeitig ein kreatives Story Telling Projekt angelehnt an die globale #WalkTogether Kampagne der Elders. Sie soll inspirieren und “Hoffnungsschimmer” (lokale Projekte und Initiativen) aufzeigen, wie wir unser Leben nachhaltiger gestalten, das menschliche Miteinander in der Stadt positiv verändern und die Welt etwas besser und gerechter machen können.  The Elders ist eine von Nelson Mandela 2007 gegründete Gruppe von ehemaligen Staatsmännern und -frauen, internationalen Friedensaktivisten, Menschenrechtlern und Intellektuellen, die ihre Erfahrung, Beziehungen und öffentlichen Einfluss zur Lösung globaler Probleme einsetzen wollen.

Das gemeinnützige 67 Blankets Projekt wurde kurz nach Mandelas Tod im Dezember 2013 in Südafrika geboren. Zelda La Grange, seine langjährige persönliche Assistentin und Vertraute, hatte ihrer Freundin Carolyn Steyn die Herausforderung gestellt, 67 Decken bis zum nächsten Mandela Day (18. Juli) zu fertigen. Daraus ist die nunmehr globale 67 Blankets for Nelson Mandela Day Initiative entstanden.

Bonn war Zentrum der Anti-Apartheid-Bewegung in Deutschland

 Die 1974 gegründete deutsche Anti-Apartheid-Bewegung (ABB) hatte ihren Sitz in Bonn. Die ehemalige ABB Geschäftsführerin, Ingeborg Wick, lebt heute noch hier. Sie und andere lokale Aktivist*innen, Politiker*innen, Journalist*innen und Weggefährten Mandelas stehen für Zeitzeugen-Gespräche (offline & online) zur Verfügung.

Die erste interkulturelle Mandela100 Event ist ein #WalkTogether Abend mit Ingeborg Wick zur Erinnerung an Mandelas Besuch in Bonn am 10.-12. Juni  1990, nur vier Monate nach seiner Haftentlassung. Die Bonnerin wird über ihre Begegnungen mit Nelson Mandela, sein Leben und Wirken und das weltweite Engagement zu seiner Freilassung und der Beendigung des Apartheid-Regimes in Südafrika berichten.

Der frühere Kanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt hatte Mandela nach Deutschland eingeladen als damaliger Präsident der Sozialistischen Internationalen. Brandt hat am 11. Juni 1990 einen Begrüßungsempfang für ihn ausgerichtet mit Tausenden von Gästen, darunter Vertreter der Politik, Zivilgesellschaft, einfache Bürger*innen, Mitglieder der afrikanischen Diaspora, Musiker, wie die Bläck Föss und Wolfgang Niedecken, die sich für die Freilassung von Mandela eingesetzt hatten. Niedecken ist im Dezember 2017 mit dem Menschenrechtspreis der Bonner Beethoven Academy ausgezeichnet worden.

Zur Unterstützung des friedlichen Kampfes gegen das rassistische Regime in Südafrika nahm die Sozialistische Internationale 1978 direkte Kontakte mit dem ANC auf. Mitte der 1980er Jahre machten Willy Brandt und die SI sich für Wirtschaftssanktionen gegen das weiße Apartheid-Regime und die Freilassung Nelson Mandelas stark. Nach seiner Haftentlassung war es Mandelas ausdrücklicher Wunsch, Brandt zu treffen und ihm und anderen Menschen in Deutschland für Ihre Unterstützung zu danken.

Neben Zeitzeugen-Gesprächen sind Film Screenings, Lesungen und kreative Mitmach-Aktionen mit lokalen und international tätigen Künstlern, wie Ute Lennartz-Lembeck, an verschiedenen Orten im Stadtgebiet geplant. Dazu gehört eine Mandela100 Aktionswoche (18.-25. Juli) mit einem familienfreundlichen Fest am 22. Juli im und um den Trinkpavillion in Bad Godesberg mit afrikanischer Musik, Tanz und Musik. Mandelas Geburtstag (Mandela Day) am 18. Juli ist seit 2010 ein offizieller UN Tag.

Bei den lokalen Outreach Aktivitäten arbeiten wir in Bonn lebenden Afrikaner*innen zusammen, der Informationsstelle Informationsstelle Südliches Afrika (ISSA) und anderen mit Mandela verbundenen und in Bonn sitzenden Akteuren, wie die Friedrich-Ebert Stiftung. Diese hatte seinerzeit das von 1987-91 tätige Zimbabwe Institute for Southern Africa (ZISA) in Harare maßgeblich finanziert.

Das Institut wurde von Helmut Orbon, einem deutschen Entwicklungshelfer, geleitet und war eine Art geheimes Peace Lab, das die Annäherung zwischen dem ANC im Exil und progressiven weißen Kräften aus Südafrika (Vertreter von Politik, Wirtschaft, Kirchen, Zivilgesellschaft, Rechtsanwälte, usw.) unterstützt hat.  Durch die geheimen Treffen und Vorgespräche am ZISA  (vor Beginn der offiziellen Verhandlungen mit der de Klerk Regierung) wurde der Weg gebahnt zur Freilassung Mandelas und Beendigung  des rassistischen Apartheid-Regimes.

Im ZISA arbeitete auch die deutsch-jüdische Schriftstellerin und Journalistin Ruth Weiss, deren Familie vor dem Nazi-Terror nach Südafrika geflohen war. Weiss hatte Mandela vor seiner Verhaftung 1962 kennengelernt und wurde als Apartheid-Gegnerin des Landes verwiesen. Als Journalistin und Korrespondentin bereist sie ganz Afrika. In den 70er Jahren hat Wick zeitweise auch in Köln gelebt und die Afrika-Redaktion der Deutschen Welle geleitet. Heute lebt die inzwischen über 90-Jährige in Dänemark, kommt aber noch regelmäßig nach Deutschland, um in Schulen von ihrem bewegten Leben zu erzählen.

Bonns Fünfte meets Nyebo Secondary School

Bonns Fünfte ist die jüngste Gesamtschule in Bonn, inklusiv und international ausgerichtet, und einer der Kooperationspartner in dem lokalen 67 Blankets Projekt.  Die Schule startet dieses Jahr ein (vom BMZ gefördertes)  Schulaustauschprojekt mit der Ndyebo Secondary School, eine Township Schule in Port Elizabeth.  Zur Begrüßung der südafrikanischen Delegation im Herbst möchte die Schulgemeinschaft ein Afrika-Fest ausrichten und die Besucher mit einem Regenbogen aus bunten Decken und Schals begrüßen. Die Schüler*innen hoffen, dass die Stadtgemeinschaft sie dabei unterstützen wird.

Anfang Dezember werden alle gefertigten und gespendeten Decken und Schals zum Gedenken an Mandelas fünften Todestag am 5. Dezember an karitative Einrichtungen in Bonn übergeben.

Ansprechpartnerin und Projektleiterin: Sandra Prüfer (Initiative Bonnections) sprufer@yahoo.com

 

Gefördert durch:

     

 

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